szmtag

DSL-Infos: Was ist, was kann DSL?

DSL ist die Abkürzung für “Digital Subscriber Line” und bedeutet nichts anderes als Internetsurfen im Highspeed-Verfahren. Passé sind die Zeiten, in denen sich Onliner mit analogen Modems oder mit ISDN-Zugängen durchs Internet quälen mussten. Vorüber sind auch sich langsam aufbauende Internetseiten, unendlich lange Downloads oder der mühselige Empfang von E-Mails mit größeren Attachments.

Schnell … Schneller … DSL!

Mit einem DSL-Zugang surfen Sie erheblich schneller im Internet als mit einem Analog- oder ISDN-Modem. Sie können mittlerweile zwischen zahlreichen Bandbreiten wählen, deren Download- und Upload-Geschwindigkeiten auch von DSL-Anbieter zu DSL-Anbieter variieren. Die derzeit gängigsten DSL-Geschwindigkeiten (gerundete Angaben!) sind:

  • DSL 1000: Liefert rund 1 Mbit/s (1000 kbit/s) im Downstream und 128 kbit/s im Upstream. Downloads sind 16 Mal schneller als mit einem Internetzugang via ISDN. Dieser Standard gilt aber schon als veraltet und wird de facto nicht mehr angeboten.
  • DSL 2000: Wird derzeit als kleinster DSL-Anschluss von vielen Providern angeboten. Man surft mit 2 Mbit/s (2000 kbit/s) im Internet und kann 32 Mal schneller als mit einem ISDN-Internetzugang downloaden. Der Upstream ist unterschiedlich, beträgt in der Regel aber 192 kbit/s.
  • DSL 6000: Dieser Anschluss gilt in vielen Teilen Deutschlands als neue DSL-Standardgeschwindigkeit. Man surft hier mit bis zu 6 Mbit/s (6000 kbit/s) im Internet, was 94 Mal schneller ist als ein ISDN-Internetzugang. Der Upstream variiert, liegt aber oft bei 576 kbit/s.
  • DSL 16.000: Hier surft man mit dem so genannten ADSL2+ Standard mit bis zu 16 Mbit/s (16.000 kbits/) im Internet. Das ist 250 Mal schneller als mit ISDN. Diese DSL-Geschwindigkeit ermöglicht bereits ordentliche Multimedia-Übertragungen, etwa das Streamen von Kinofilmen oder Sportsendungen. Der Upstream ist unterschiedlich, liegt zumeist zwischen 800 kbit/s und 1000 kbit/s.
  • DSL 50.000: Das so genannte VDSL (Very High Speed Digital Subscriber Line) – ermöglicht wesentlich höhere Bandbreiten als vorstehende Geschwindigkeiten, die technisch als ADSL-Familie (Asymmetric Digital Subscriber Line) zusammengefasst werden. Hier surft man man mit 50 Mbit/s (50.000 kbit/s), das ist rund 780 Mal schneller als mit einem ISDN-Internetzugang! Der Upstream-Speed variiert unter allen Anbietern sehr deutlich, weshalb sich hier keine Angaben machen lassen.
  • DSL 100.000: Das schaffen derzeit nur die Kabelanbieter mit ihren Kabelinternet-Angeboten. 100 Mbit/s Bandbreite, das ist fast 1600 Mal schneller als ein ISDN-Internetzugang! 100 Mbit/s Kabelinternet wollen die Kabelprovider Kabel Deutschland, Kabel BW und Unitymedia in möglichst vielen Regionen anbieten; es gibt sogar schon Orte mit 120 Mbit/s-Internetverbindungen. Die Upstream-Geschwindigkeit variiert sehr stark, kann aber durchaus 10 Mbit/s betragen – im Upload wohlgemerkt!

Ein Download, der mit ISDN beispielsweise eine Dreiviertelstunde dauern würde, ist mit einem DSL 6000-Anschluss in nur etwa einer halben Minute erledigt! Selbst mit dem “veralteten” DSL 1000-Anschluss ist der Download schon nach knapp drei Minuten fertig! Kurzum: Sie können schneller surfen, schneller downloaden, schneller E-Mails empfangen etc. – die Wartezeit im Web gehört mit DSL der Vergangenheit an.

DSL ist grundsätzlich überall zu haben

Da für eine DSL-Anbindung lediglich ein herkömmlicher Telefonanschluss auf Basis der altehrwürdigen Kupferkabel vorausgesetzt wird, kann im Grunde jeder Internetnutzer bzw. jeder Haushalt DSL bestellen. Neue Leitungen müssen nicht verlegt werden – weder draußen noch im Haus.

Es gibt allerdings einige Gründe, warum DSL bei Ihnen nicht verfügbar sein könnte – etwa wenn Sie zu weit entfernt von der nächstgelegenen Vermittlungsstelle wohnen. Dann ist DSL wegen mangelnder Leitungsqualität nicht möglich. Da die Übertragungsgeschwindigkeit von Daten mit zunehmender Entfernung von der Vermittlungsstelle abnimmt, lassen sich DSL-Anschlüsse für Privatkunden ab einer gewissen Entfernung – kritisch wird’s ab vielleicht sechs bis sieben Kilometern – nicht mehr realisieren. Dabei ist zu beachten, dass nicht die Luftlinienentfernung gemeint ist, sondern die tatsächliche Länge des Kabels – und das kann mitunter verschlungene Wege gehen.

Wichtig ist auch, ob in der Vermittlungsstelle noch ein so genannter “Port” – quasi eine Anschlussmöglichkeit – für Sie frei ist. Ansonsten müssen Sie warten, bis ein Port frei wird bzw. bis die Kapazitäten Ihrer Vermittlungsstelle ausgebaut werden.

Übrigens: Sollten Sie dennoch warten müssen – obwohl diese Kriterien erfüllt sind – könnte es sein, dass die Anbieter der DSL-Hardware Lieferprobleme haben. Darüber werden Sie aber freilich informiert. Dankenswerterweise kommt das mittlerweile so gut wie gar nicht mehr vor.

Die DSL-Verfügbarkeitsabfrage

So oder so müssen Sie vor Bestellung eines DSL-Anschlusses eine Verfügbarkeitsabfrage stellen. Mit einem DSL-Verfügbarkeitscheck können Sie prüfen, ob ein DSL-Anschluss an Ihrem Wohnort in Frage kommt. Sie müssen für die nur die Vorwahl Ihres Wohnortes, Ihre Rufnummer sowie Ihren Wohnort, bestehend aus Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort, eingeben.

Da die Deutsche Telekom mit Ihrem Leitungsnetz den allergrößten Teil der Bundesrepublik abdeckt, ist sie auch der größte Anbieter von DSL-Anschlüssen. Die Deutsche Telekom AG vermarktet Ihren DSL-Anschluss unter dem Namen “Telekom DSL”, vorher verkaufte man DSL-Anschlüsse unter den Labels “T-Online DSL”, “T-DSL” oder “T-Home DSL”. Viele Internet-Anbieter setzen Ihre Tarife auf diesem DSL-Anschluss auf oder verkaufen den Anschluss unter eigenem Namen weiter. Das nennt man dann “Resale” (=Weiterverkauf).

Ohne die altehrwürdigen Kupferkabel geht nichts

Kupferkabel wurden lange Zeit lediglich zur Sprachübertragung genutzt, also für Telefongespräche. Hierbei muss man wissen, dass die Telefonie lediglich Frequenzen von bis zu 4 kHz belegt, Kupferkabel jedoch einen Frequenzbereich von bis zu 1,1 MHz anbieten. Rein theoretisch ließe sich also das über 250-fache an Informationen über Kupferkabel vermitteln.

Da es in hohen Frequenzbereichen jedoch zu Störungen kommt und immense Datenverluste zu beobachten sind, werden Kupferkabel lediglich bis zu einer Frequenz von 120 kHz genutzt. Um die zuvor nicht genutzte Differenz zwischen besagten 4 und 120 kHz nutzen zu können, musste man die Kupferkabel lediglich “splitten”.

Vom DSL-Modem nun wird die Kupferleitung in drei Kanäle aufgeteilt. Der erste Kanal ist der so genannte “POTS”-Kanal (“Plain Old Telephone Service”). Er deckt den eigentlichen Telefondienst ab, also die Sprachübermittlung. Die beiden anderen Kanäle dienen der Übermittlung von Daten, wobei der eine Kanal für Upstreams und der andere Kanal für Downstreams zur Verfügung steht.

Wenn Sie beispielsweise eine eigene Homepage betreiben und diese um neue Inhalte ergänzen wollen, müssen Sie Daten auf den Server Ihres Providers laden – das ist der Upstream. Laden Sie hingegen Daten von Seiten anderer Anbieter herunter – beispielsweise Musikstücke im MP3-Format -, so spricht man von Downstream. Kurz gesagt: Ein Kanal sendet, der andere empfängt – und mit dem dritten telefonieren Sie.

In den Vermittlungsstellen wiederum sind es digitale Modems, die dafür sorgen, dass Sprache und Daten getrennt werden – erst die dort stattfindende Unterscheidung lässt den Verbraucher das Kupferkabelnetz für Sprach- und Datenübertragung zugleich nutzen.